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Archiv für Mai, 2011

Übermorgen – Internetkultur in der Offline-Welt

31. Mai 2011 2 Kommentare

Es gibt 10 verschiedene Welten, die reale Welt und die virtuelle Welt. Und wir Menschen leben in beiden von ihnen. Facebook und YouTube gehören zu unserem Alltag dazu wie der Weg zum Supermarkt und das Abendbrot. Was aber, wenn sich diese Welten vermischen?
Oder ist es bereits die Verschmelzung zweier Welten, die wir beobachten können, wenn wir im Bus eine SMS schreiben und unseren Facebook-Status aktualisieren, lieber Textnachrichten versenden, als zu telefonieren und lieber telefonieren, als unseren eigenen Wohlfühlbereich zu verlassen und persönlich zu kommunizieren…?  Was geschieht mit uns, auf dem Grat zwischen worldwide web und der Realität? Unsere virtuelle Fassade wird zum Mittelpunkt unseres Lebens und der eigentliche Mensch reduziert sich auf die lebenserhaltenden Funktionen.
Wir sind online!
Wenn man uns ließe, würden wir ein Leben wie in Disneys Tron führen. Kein Hunger, kein Durst und keine Müdigkeit. Dafür grenzenloser Informationsfluss – was für ein Tausch! Betrachten wir die virtuelle Welt nun als ein komplexes Ökosystem, in dem ein jedes Lebewesen seine Nische findet, so müssen wir auch die Zugehörigkeit eines jeden sich in der virtuellen Welt bewegenden Menschen zu einer der immer stärker werdenden Szenen annehmen. Jedoch hat sich in meinem Gedankenspiel auch der Szene-Begriff gewandelt.
Während die Mehrheit heutzutage in Menschen, die sich in Szenen beheimatet fühlen, noch Abtrünnige der großen Weltgemeinschaft sieht, die sich aufgrund einer bestimmten Lebenseinstellung, einer bevorzugten Musikrichtung verbunden mit einer Art, sich zu kleiden oder einem gemeinsamen Hobby sehen, spreche ich von Abspaltungen in jeder nur erdenklichen Form. Gehört man einer an, so spielt der Toleranzgedanke keine Rolle mehr. Man bleibt unter sich: Viel zu fremd und  beängstigend wirken auf einmal alle anderen.
Schon ein wenig merkwürdig sich das so vorzustellen, oder? Auf die Spitze getrieben hat die Idee das Format Übermorgen.TV. Was denkt ihr darüber?

KategorienNachgedacht

Ego-Shooter gut fürs Gehirn?

20. Mai 2011 3 Kommentare

Die Zeiten, in denen man Computerspiele per se verteufelte, sind vorbei. Niemand wird heute noch bestreiten, dass das Spielen am Computer sehr wohl auch positive Effekte hat. Nur in diesem Zusammenhang denkt man meist an komplexe Rollen- oder Strategiespiele, in denen es knifflige Rätsel zu lösen oder ausgetüftelte Taktiken anzuwenden gilt. Dass eine amerikanische Studie nun beweist, ausgerechnet die von den Medien so oft als Killerspiele schlechtgemachten Ego-Shooter hätten eine positive Wirkung auf das Gehirn, überrascht ein wenig.

Das Fazit der Studie ist deutlich: Geübte Spieler von Ego-Shootern können die verschiedenen Sinneseindrücke rascher verarbeiten und dadurch schnellere Entscheidungen treffen.

Im Versuch wurde eine Gruppe von Nicht-Spielern aufgeteilt: Die eine Gruppe spielte innerhalb der nächsten Wochen Rollen- und Strategiespiele, die andere Gruppe ausschließlich Shooter wie Counter-Strike, CoD, RtCW, Unreal Tournament. Die anschließenden Tests wurden von den Shooter-Spielern schneller absolviert, ohne deswegen mehr Fehler zu machen. Diese Verbesserung zeigte sich auch bei Spielern, die nach eigener Aussage Action-Spiele nicht leiden konnten. Eine verbesserte Wahrnehmung und die Fähigkeit, schneller Entscheidungen zu treffen, ist durchaus im Alltag nützlich. Man denke nur an so gewöhnliche Tätigkeiten wie Autofahren, bei der Sekundenbruchteile über Kollsionen entscheiden.

Aber was ist nun mit den Strategie-, Rollen- oder Lernspielen? Warum nützen die nichts? Nach Einschätzung der Wissenschaftler trainieren diese – im Gegensatz zu den Shootern – lediglich ein bestimmtes Muster. Man lernt einmal einen Lösungsweg und wendet diesen dann, nur leicht abgeändert, immer wieder an. Shooter hingegen sind unvorhersehbar und fordern jedes Mal aufs Neue heraus.

Soweit die amerikanische Studie. Meine Meinung dazu ist etwas kritischer. Die Teilnehmer des Versuches spielten nämlich 50 Stunden in der Woche – das ist alles andere als wenig. Über mehrere Wochen durchschnittlich 7 Stunden pro Tag vor dem Computer zu sitzen und einen Ego-Shooter zu spielen, stelle ich mir richtig anstrengend vor. Auch geht aus der Studie nicht hervor, wie lange die Probanden nach Beendigung des Versuches über eine schnellere Entscheidungsfähigkeit verfügen. Dieser positive Effekt ist sicherlich nicht dauerhaft. Ich stelle mir vor, nach einem Monat des Nicht-Spielens ist wieder alles beim Alten.

KategorienGames, Nachgedacht