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Übermorgen – Internetkultur in der Offline-Welt

Es gibt 10 verschiedene Welten, die reale Welt und die virtuelle Welt. Und wir Menschen leben in beiden von ihnen. Facebook und YouTube gehören zu unserem Alltag dazu wie der Weg zum Supermarkt und das Abendbrot. Was aber, wenn sich diese Welten vermischen?
Oder ist es bereits die Verschmelzung zweier Welten, die wir beobachten können, wenn wir im Bus eine SMS schreiben und unseren Facebook-Status aktualisieren, lieber Textnachrichten versenden, als zu telefonieren und lieber telefonieren, als unseren eigenen Wohlfühlbereich zu verlassen und persönlich zu kommunizieren…?  Was geschieht mit uns, auf dem Grat zwischen worldwide web und der Realität? Unsere virtuelle Fassade wird zum Mittelpunkt unseres Lebens und der eigentliche Mensch reduziert sich auf die lebenserhaltenden Funktionen.
Wir sind online!
Wenn man uns ließe, würden wir ein Leben wie in Disneys Tron führen. Kein Hunger, kein Durst und keine Müdigkeit. Dafür grenzenloser Informationsfluss – was für ein Tausch! Betrachten wir die virtuelle Welt nun als ein komplexes Ökosystem, in dem ein jedes Lebewesen seine Nische findet, so müssen wir auch die Zugehörigkeit eines jeden sich in der virtuellen Welt bewegenden Menschen zu einer der immer stärker werdenden Szenen annehmen. Jedoch hat sich in meinem Gedankenspiel auch der Szene-Begriff gewandelt.
Während die Mehrheit heutzutage in Menschen, die sich in Szenen beheimatet fühlen, noch Abtrünnige der großen Weltgemeinschaft sieht, die sich aufgrund einer bestimmten Lebenseinstellung, einer bevorzugten Musikrichtung verbunden mit einer Art, sich zu kleiden oder einem gemeinsamen Hobby sehen, spreche ich von Abspaltungen in jeder nur erdenklichen Form. Gehört man einer an, so spielt der Toleranzgedanke keine Rolle mehr. Man bleibt unter sich: Viel zu fremd und  beängstigend wirken auf einmal alle anderen.
Schon ein wenig merkwürdig sich das so vorzustellen, oder? Auf die Spitze getrieben hat die Idee das Format Übermorgen.TV. Was denkt ihr darüber?

KategorienNachgedacht
  1. phil
    31. Mai 2011, 21:37 | #1

    Interessanter Gedanke :) Definitiv wird durch bessere Kommunikationsmöglichkeiten einiges anders werden, allerdings brauch das alles noch ein wenig mehr Zeit denke ich.

  2. Manuel
    22. Juni 2011, 15:24 | #2

    Schönes Wortspiel übrigens mit den 10 verschiedenen Welten. Frei nach dem Motto:
    “There are 10 kind of people in this world – those who understand binary and those who don’t.” ;)

    Ich glaube nicht, dass es zu einer solch starken Bildung von Identitäten kommen wird. Gutes Beispiel dafür ist die “Struktur” der “Hackergruppe” Anonymous – es gibt nämlich keine. Es gibt nicht einmal ein gemeinsames Ziel. Man findet sich für einzelne Projekte zusammen und trennt sich wieder. Das ist m.E. charakteristisch für das Web – Anarchie im besseren Sinne.

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